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Nachhaltig seit 10 Jahren: Ökostrom in unserer Praxis. Mit unseren Tipps ist der Einstieg in das ökologische Zeitalter leicht gemacht:

Täglich verbraucht man ihn, im Handy trägt man ihn mit sich herum, selbst nachts ist rund um die Uhr Strom im Gebrauch, für Kühlschrank, Heizung etc.

Strom ist so selbstverständlich geworden, dass kaum jemand darüber nachdenkt, wo er herkommt, wie er produziert wird und mit welchen Folgen.


Wenn einem erst bewusst wird, wie viel Verbrauch dies ist und dass diese Energie hauptsächlich noch aus dem Zeitalter der Atomenergie und Kohlekraftwerke stammt, möchte man das schleunigst ändern. Zumindest geht es mir so.

 

Im Sinne des "Wagens", nutzen auch Sie die Energie des Frühlings, um den Stromanbieter zu wechseln! Es ist leichter als gedacht:

Gudrun Thielmann tat es, ich ebenso und nun auch mein Sohn: Wir gingen damals wie heute auf Demonstrationen gegen die fahrlässige Atompolitik. Diesen Monat jährt sich Fukushimas Katastrophenjahrestag das 6. mal und der Tschernobyls im April das 21. mal und doch bleiben die Folgen von der atomaren Energiegewinnung noch viele weitere Jahre bestehen. Auch in Deutschland sind diesen Monat erneut 15 beladene Castoren mit radioaktiven Müll unterwegs und fahren durch dicht besiedelte Wohngebiete Heilbronns, um den Atommüll für einige Zeit in ein Zwischenlager zu deportieren. Demonstrationen an der Neckar sind natürlich geplant, Aktivisten und Journalisten werden vor Ort sein, doch demonstrieren und aufklären allein reicht nicht aus, ein Umstieg ist nötig, im privaten und beruflichen Haushalt, wie wir es zum Beispiel in unserer Naturheilpraxis machten. Hier benutzen wir seit 1996 kein Atom- bzw. Kohlestrom mehr und das gibt einem ein gutes Gefühl, wenn man das Licht einschaltet. 

 

Was steckt eigentlich hinter den "erneuerbaren Energien" und wie kann man an diese "saubere Energie" gelangen?

 

Zur Zeit befindet sich in jeder Steckdose gemischter Strom, bestehend aus ca.

60% fossilen Brennstoffen (sie sind endlich und produzieren CO2),

20% Atomenergie (hinterlässt radioaktiven Müll und das Risiko eines Unfalls) und erst

20 % erneuerbarer Energien

Wenn immer mehr Menschen Öko-Strom verlangen, müssen die Stromanbieter diesen liefern, sich den Wünschen der Konsumenten anpassen und in erneuerbare Energien investieren. Also können wir die Macht als Verbraucher nutzen, um die ökologischen Möglichkeit-en des Stroms voranzutreiben. Mittlerweile sind die Preise des Ökostroms gleichzusetzen mit denen der althergebrachten Energien, beim Wechsel sollte sich also nicht allzu sehr die Frage nach dem Preis, sondern nach einem guten, ökologischen, fairen Stromanbieter richten. 

Doch auch beim Ökostrom nicht alles so "öko" wie es scheint. Darum gilt es jeden Stromanbieter vor dem Wechsel zu prüfen. Es gibt spezielle Siegel, die die Auswahl erleichtern, wie z.B. das des  TÜVs, und wir empfehlen vertrauenswürdige Anbieter am Ende der Seite.

 

Worauf muss man achten, wenn ökologische Energie erzeugt wird?

Wird CO2 vermieden? Durch Solar-, Wind- oder Wasserenergie - und keine Verbrennung.

Wird CO2 reduziert? Durch Energieeffizienz dank modernen Umbaus wodurch Rück- oder Nachwärme genutzt wird.

Wird CO2 ausgeglichen? Durch Kompensation und Investition in Aufforstung und Projekte für nachhaltige Energien und Bauweisen.

 

Welche Arten der Energiegewinnung gibt es?

  • Wasserkraft: Wasserkraftwerke wandeln die Strömungskraft des Wassers in elektrische Energie um, indem Turbinen mit Gener-atoren in Flüssen, Seen oder Meeren angebracht werden. Der Vorteil hierbei ist eine weitgehende Unabhängigkeit gegenüber des Wetters und mancherorts sogar Hochwasserschutz durch dosierte Abgabe der Wassermenge. Der Bau eines Wasserkraftwerks verändert jedoch den natürlichen Lauf eines Flusses und auch die Umgebung. Die Wasserströmung wird durch Umbau erhöht, damit eine stärkere Druckkraft die Turbinen schleuniger kurbeln lässt. Hierbei entsteht neben der noch erträglichen Lärmbelästigung für Tiere und Spaziergänger auch ein Problem bei der Fortpflanzung der Fische. Mittlerweile werden seitlich des Flusses oder Sees soge-nannte Fischtreppen gebaut, auf denen Fische und andere Wasser-bewohner um das Wasserkraftwerk herum zur anderen Seite des Flusses gelangen können. In manchen Ländern führen der Bau der Staudämme/Stauseen leider zur Umsiedelung und Enteignung.
  • Fossile Energie: Kohlekraftwerke gewinnen die Energie aus der Verbrennung von Braun- oder Steinkohle, welche zerkleinert, getrocknet und als Staub vollständig verbrannt wird. Die dadurch frei gewordene Wärme wird genutzt um Wasserdampf zu erzeugen, der dann wieder eine Turbine antreibt. Der Rauch, der dabei ent-steht, wird zwar mehrmals gefiltert, bevor er über die typischen Schornsteine in die Umwelt abgelassen wird, dennoch bürgen die enthaltenen Schadstoffe ökologische Folgen. Kohlekraftwerke haben wegen des Kohlenstoffdioxids eine schlechte Treibhausbilanz und sind bekannte sogenannte Klimasünder. Da die fossilen Brenn-stoffe großflächig aus der Erde gewonnen werden und diese Abtra-gungen regelrechte Wüsten hinterlassen, wehren sich zahlreiche Bürgerinitiativen gegen eine Ausweitung dieser Energiegewinnung.
  • Windkraft: Windkraftanlagen wandeln die Bewegung der Luft-massen in elektrische Energie um, hierbei drehen sich die Rotoren, um den Generator im Inneren anzutreiben. Moderne Windkraft-anlagen haben inzwischen eine Nabenhöhe von um die 150m, was für manche Anwohner ein ästhetischer Makel ist, weil die Land-schaft industrialisiert wirkt und seinen natürlichen Charakter ver-liert. Hingegen hat sich die Rotoreneffizienz verbessert, wodurch sich die größeren Rotoren deutlich langsamer als früher bewegen, was von den Menschen als ruhiger wahrgenommen wird. Das Gute an der Windkraft ist, dass sie zeitlich unbegrenzt verfügbar ist, das Negative, dass sie wetterabhängig ist. Daher ist die Wahl des Stand-orts ausschlaggebend. Auch hier machen sich Umweltschützer für die Sensibilisierung in der Politik stark und verlangen gesetzlich geregelte Mindestabstände zwischen den Anlagen und den Brut-orten seltener Tierarten, wie etwa den Seeadlern, Rotmilanen, Schwarzstörchen und Fledermäusen, die unumstritten mit den Windkraftanlagen kollidieren. Der Ausbau der Windkraft ist mit modernen Anlagen und naturfreundlicher Standortwahl zu befürworten. Die Bewertung der Windenergie bleibt auch bei den Anwohnern kontrovers, hier muss sich die Gesellschaft offen zeigen und sich an diese wohl erst noch gewöhnen.

  • Bioenergie: Bioenergie wird aus verbrennender Biomasse ge-wonnen, wie z.B. Stroh, Olivenkerne, Getreide, Holz, Altpapier, Klärschlamm, Biogas und -diesel. Zwar können die nach der Ver-brennung gereinigten Reststoffe (wie die Asche) als Dünger weiter verwendet werden, trotzdem bleibt der grundsätzliche Nachteil der Kohlendioxidentstehung durch die Verbrennung. Vorteile der Bioenergie sind eigentlich nur, dass kein Kunststoff verbrannt wird und eventuell ungenutzter Müll Verwendung findet.

  • Kernenergie: Atomkraft wird durch das "Beschießen" eines Atomkerns erzeugt, der dann in zwei oder mehrere Kerne bricht und dabei kinetische Energie und Gammastrahlen freigibt, zusätz-lich entsteht durch das nachträgliche Zerfallen der Spaltfragmente weitere Energie. Im Kernkraftwerk wird diese dann in Wärme- und elektrische Energie umgewandelt. Durch das hohe Risiko beim Aus-tritt der hierbei entstehenden Radioaktivität im Kraftwerk und in der Endlagerung lehnen die meisten Menschen diese Art von Ener-giegewinnung ab (man erinnere sich an die Katastrophen von Fuku-shima und Tschernobyl). Die immer schärferen Sicherheitsvor-schriften führen (nur bei neuen Bauten!) zu vielen Sicherheitsmaß-nahmen, die die Betriebskosten erhöhen. Selbst die noch in den Sternen stehende Kernfusion würde durch die Kosten für Rückbau, Stilllegung und Mülldeponien wirtschaftlich nicht rentabel sein.

  • Sonnenenergie: Sonnenenergie oder auch Solarstrom ist nicht nur meines Erachtens die effektivste und umweltfreundlichste Möglichkeit, sauberen Strom zu produzieren, die Sonne strahlt auch jeden Tag ausreichend, um eine durchgehend gute Stromqualität zu bieten - selbst bei bewölktem Himmel. Die Installation ist elegant und unauffällig und jeder Hausbesitzer kann sich selbst für eine Anbindung entscheiden, ohne andere mit großen Objekten (wie Windrädern) zu stören. Wenn die Solarzellen auch noch aus deutscher Produktion stammen, kann man hier nichts falsch machen. Es gibt mittlerweile einige Dorfgemeinden, die mehr Solarstrom produzieren, als sie verbrauchen können - dieser Strom kann an andere abgegeben werden.
    Das ist die Zukunft, die ich mir vorstelle.

Das deutsche Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) strebt für das Jahr 2050 einen 80%igen Anteil der erneuerbaren Energien in der gesamten Stromproduktion an. Welch schöne Vorstellung, dass in einigen Jahrzehnten Ökostrom das Selbstverständlichste sein könnte!

 

Der Schritt in Richtung ökologische Zukunft: Stromanbieter wechseln in 10 Minuten

Zum Stromwechseln braucht man ca. 10 Minuten, ein wenig Ruhe und die letzte Jahresabrechnung des Stromanbieters. 

Man geht online auf die Internetseiten der neuen möglichen Stromanbieter und gibt den auf der Jahresabrechnung angegebenen Stromverbrauch in kWh (Kilowattstunde) ein. Eventuell sind die Stromkosten sogar günstiger als vorher. Wenn man sich für einen Wechsel entschieden hat, benötigt man im späteren Verlauf nur noch die Zählernummer, die Postleitzahl und die Kontonummer.

 

Ich empfehle, auf die Internetseiten der unten ausgewählten Stromanbieter zu klicken und sich nicht von den vielen vermeintlich günstigeren Vergleichsportalen verwirren zu lassen. Einige der Vergleichsportale arbeiten nicht uneigenützig und erhöhen ihre Provision, indem sie den Verbraucher mit Tricks täuschen.

 

Beste Bedingungen für einen fairen Stromvertrag sind:

- kein Pakettarif

- kein Rabatt oder Neukundenbonus

- keine Vorauskasse 

 

- eine kurze Laufzeit, etwa 1 Jahr

- keine Kaution

- ohne Mindestverbrauch

- eine kurze Kündigungsfrist ca. 2 Monate

- eine automatische Vertragsverlängerung

   für ca. 1 Monat


Eine sogenannte Preisgarantie ist für die Stromanbieter nicht wirklich möglich anzugeben, da diese von den Steuern u.Ä. abhängig ist. 

 

Diese Stromanbieter gestalten aktiv den Ausbau erneuerbarer Energien, statt ihn zu behindern:

 

 .ausgestrahlt.de/stromanbieter-wechseln

 

 utopia.de/ratgeber/oekostrom

 

Das Praktische am Wechseln: Der neue Stromanbieter kündigt automatisch den Vertrag des alten Stromanbieters.

 

Wir wünschen also viel Erfolg beim Wechseln und ein wohliges Gefühl beim Einschalten des Lichts!


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