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Das Problem mit den Heilpraktikern

Heilpraktiker, Homöopathie, Gobuli. Wie finde ich einen guten Heilpraktiker? Alternativmedizin, Naturheilkunde Frankfurt. Blogbeitrag von der homöopathischen Praxis Thielmann in Frankfurt.

Von dem einen werden sie gepriesen von dem anderen gemieden: Heilpraktiker.

 

Es ist wirklich schwierig, eine passende Therapie zu finden - noch schwieriger scheint es, einen passenden Therapeuten zu finden. Ist dieser dann auch kein Arzt, sondern Heilpraktiker - oder gar ein mysteriöser "Un-Heil-Praktiker"- den man selbst bezahlen müsste, ist es sinnvoll zu hinterfragen, wen man vor sich sitzen hat.

Woher weiß man, dass man es nicht mit einem Scharlatan zu tun hat? Wie findet man einen wirklich guten Heilpraktiker? Bei wem sind Sie auch bei chronischen Fällen in sicheren Händen? Oder sollte dieser Berufstand vielleicht wirklich verboten werden?

Alternative Behandlung von Heilpraktikern - ein Segen oder ein Fluch?

 Ja, um das öffentliche Ansehen ist man als Heilpraktiker nicht zu beneiden. Fragt man Einzelne persönlich, haben etwa die Hälfte der Deutschen einen Heilpraktiker, zu dem sie hin und wieder gehen und sich gut aufgehoben fühlen - die andere Hälfte lehnt es ab, von Heilpraktikern behandelt zu werden oder kann sich das nicht leisten, weil die meisten Heilpraktiker privat bezahlt werden.

Das von den Medien vermehrt aufgegriffene "Problem mit den Heilpraktikern" ist, dass sie "sich selbst überschätzen", weil sie "keine fundierte Ausbildung vorweisen können", auch aus unserer Sicht (AUDE SAPERE) sind einige ihrer Heilverfahren wissenschaftlich absolut fragwürdig. 

 

Sehen Sie sich den kurzen Artikel der FAZ an: Heilpraktiker sind keine Mini-Ärzte

Mit solchen unterschwelligen oder auch direkten Botschaften werfen Journalisten um sich, ohne anscheinend (hier ist der Autor ein Wirtschaftskorrespondent) näher mit dem Thema befasst zu sein. Studien zu Homöopathie gibt es nämlich reichlich, gut sortiert und auch repräsentativ hier: Carstens-Stiftung

 

Egal, ob Heilpraktiker oder Arzt oder Psychotherapeut. Wir alle sind Menschen und machen Fehler, können charismatisch super professionell wirken, aber sich in dem einem oder anderen Fall selbst überschätzen, eine Krankheit falsch diagnostizieren, in eingeengten Bahnen denkend sogar schädliche Arzneien verschreiben oder schlicht und ergreifend schlecht arbeiten - das passiert nicht nur bei Heilpraktikern, wie es in den Medien in letzter Zeit so oft propagiert wird.
Der ausschlaggebende Faktor, ein guter Heilpraktiker zu sein, ist, reflektieren zu können und verantwortungsbewusst zu sein bzw. zu werden - Charaktereigenschaften, zu denen auch angehende Medizinstudenten nicht überprüft werden - ist daher der Arzt ein Berufsstand, der verboten werden sollte?

 

Einige Behandelnde können Spezialisten in ihrem Fachgebiet sein, dafür sind sie aber eventuell therapeutisch nicht sehr einfühlsam und fangen den Patienten seelisch kaum auf. Sie können in ihrem Bereich auch so erfahren und spezialisiert sein, dass sie keine weiteren nützlichen (alternativen) Verfahren mehr bedenken (wollen) und nicht mehr das Ganze am Patienten betrachten. Oder die Praxis ist so überlaufen, dass keine Zeit für individuelle Betreuung bleibt. Hier hat der Heilpraktiker einige Vorteile: Er ist meistens vielen therapeutischen Verfahren gegenüber aufgeschlossen, ist im Idealfall ein einfühlsamer, seelisch und geistig gut stützender und begleitender Therapeut und hat viel Zeit für die individuelle Betreuung des Patienten.

 

Es ist immer eine ernsthafte Kritik angebracht, wenn mit den Ängsten von Menschen Geschäfte gemacht werden - dies passiert auch im Bereich der Schulmedizin - in allen Bereichen des Lebens, besonders aber, wenn es um unsere Gesundheit geht. Teilweise können wir die Kritik an Heilpraktikern vollkommen nachvollziehen, zu kritisieren ist vieles im Gesundheitssystem allgemein. Unsere Sichtweise ist, dass es viele Wege zu Heilung, Weiterentwicklung und Hilfe gibt und geben soll - Einseitigkeit kann auch in eine Sackgasse führen.

 

Würden wir in unserer Praxis in Frankfurt nicht sehen und erleben, dass unser Wissen anderen Menschen hilft, unsere Patienten und Patientinnen gerne wieder kommen und unser Können anerkannt wird, könnten wir diesen Beruf nicht mehr reinen Gewissens ausführen. Wir sind Heilpraktiker, aber wir wissen unsere Grenzen und sind keine Heilversprecher. Die Grundsätze, sich selbst kritisch zu hinterfragen, nichts zu versprechen und sich ständig weiterzubilden, werden von den meisten Heilpraktikern geteilt. Schwarze Schafe, Scharlatane gibt es in jedem medizinischen Bereich, auch bei Ärzten, Heilpraktikern oder selbsternannten Heilern und Gurus, doch diese gilt es natürlich zu unterscheiden von den echten, gewissenhaften Therapeuten. Ist diese Unterscheidung nicht möglich, fehlt also die Fähigkeit der Kritisierenden, zu differenzieren. In diesem Sinne nehme ich meine Frage zurück: Sollten Ärzte, weil sie keine Charakterprüfung durchmachen, verboten werden? Natürlich nicht!
In jedem Beruf, bei jeder Ausbildung und in jedem Studium ist die Weiterentwicklung das A und O. Werden Unzulänglichkeiten gesehen, wie in der Ausbildung der Heilpraktiker, gilt es, diese intelligent zu lösen, statt ein Gegeneinander zu provozieren oder ein Verbot auszusprechen. Heilpraktiker und Ärzte, die sich gegenseitig ergänzen, inspirieren und von einander lernen? Bleibt das eine Wunschvorstellung?

Wie soll es mit diesem Berufsstand weitergehen?

Wir von AUDE SAPERE wünschen uns ein einheitliches, seriöses, staatlich geprüftes System bei der Ausbildung dieses Berufs, also neben der staatlichen amtsärztlichen Prüfung für die Berufsbezeichnung, eine fundierte einheitliche Ausbildung, die Patienten und Heilpraktiker vor Verruf oder Missbrauch schützt.

Bis dahin wird es noch ein langer Weg sein, aber der würde sich lohnen. Denn Heilpraktiker erfahren stetigen Zulauf, weil die Menschen alternative Behandlungen benötigen. Sie sehnen sich nach natürlichen Heilmitteln und einer nahen, persönlichen Betreuung, die sich einfach Zeit nimmt. Das sollte die Politik ernst nehmen.

Kritik an Heilpraktikern, ARD Videobeitrag, Homöopathie Thielmann, Praxis in Frankfurt
ARD - Beitrag zu Kritik an Heilpraktikern

Wie wird der Heilpraktiker ausgebildet?

Immer mehr Heilpraktiker werden an Privatschulen ausgebildet, jede Schule kann hier unterschiedliche Lerninhalte haben. Immer mehr Verfahren gibt es - manche wissenschaftlich, andere abwegig, einige von der Krankenkasse bezahlt, andere nicht - und auch die Lehrzeit variiert zwischen ein paar Monaten und 3 Jahren. Leider boomt auch der Markt mit schrecklich unnützen Produkten und sogenannter "Alternativ-Medizin", "Heilpräparaten" oder "Heil-Gegenständen". Hier besteht absoluter Handlungsbedarf. Das können die Heilpraktiker nicht allein stemmen,  politische Unterstützung sind bei verbotenen Heilversprechen notwendig. 


Immerhin ist ein wesentlicher positiver Unterschied in den letzten Jahrzehnten zu vermerken. Waren die Heilpraktikerschulen vor 30 Jahren noch recht unnütz - um nicht zu sagen schlecht - hat sich die Ausbildung in den meisten Heilpraktikerschulen mittlerweile den ersten drei Jahren des Medizinstudiums angenähert. Das Wissen um menschliche Anatomie, Notfallmedizin, Krankheitsbilder und Differenzialdiagnose wird an den führenden Schulen angegangen. Die staatliche Prüfung durch die Amtsärzte am Ende der Ausbildung schaffen daher auch nicht alle angehenden Heilpraktiker - die Ausbildung fordert, sie ist nicht zu unterschätzen. Sie sollte auch so sein, so hochgesteckt, so grundlegend. Hinsichtlich  Therapieverfahren reicht sie jedoch nicht aus, daher muss jeder Heilpraktiker nach der Prüfung ein Behandlungs- oder Beratungsverfahren erlernen. Tatsache ist, dass nach die im Idealfall 3 Jahre andauernden Heilpraktikerausbildung eine weitere Ausbildung/Fortbildung Voraussetzung ist, praktizieren zu dürfen. Das hieße im Idealfall also 3 Jahre Ausbildung + 1 bis 3 Jahre Weiterbildung = 5 Jahre lernen, das ist nicht wenig. Anfechtbar ist es jedenfalls, wenn der Heilpraktiker von Ausbildung redet, aber nicht erwähnt, wie lange diese war. Gewissenlose oder voreilige Heilpraktiker aber mit langjährig ausgebildeten, gewissenhaften in eine Schublade zu stecken, ist ein Unrecht.

Hier können Sie einen Bericht vom Spiegel nachlesen: Deutschlands schwierigste Abschlussprüfungen

Auch die Heilpraktikerinnen unserer Gemeinschaftspraxis haben viele Jahre gelesen, gelernt, geübt, geschwitzt und gewusst, dass trotz der Anstrengung bis zu 80 Prozent der Teilnehmer bei der Prüfung durchfallen. 

Idealerweise sollten sich Ärzte und Heilpraktiker doch gegenseitig unterstützen.

Einerseits ist in der Berufsordnung festgelegt, dass man als Heilpraktizierender weder dem Berufsstand bzw. dem Ruf des Arztes noch des Heilpraktikers schaden soll - doch wie ist hier andererseits Verbraucherschutz möglich, wenn nicht angesprochen wird, was in einigen Fällen fahrlässig oder offensichtlich Scharlatanerie ist? Heilversprechen, Energiespekulationen, Gespräche mit Verstorbenen, Pendeln, Kartenlegen, Fastenkuren mit seltsamen Riten, willkürlich gemischte Kräuter oder gar durcheinander gewürfelte homöopathische Globuli nach Baucheinschätzung und und und suggerieren bedürftigen Patienten Linderung, Hilfe, Heilung, wo es doch nur Ablenkung, Esoterik, Ignoranz und keine dauerhafte, professionelle Unterstützung des Immunsystems ist.

Es ist schon manchmal ärgerlich, als Heilpraktiker und gerade als Homöopath, mit solchen unlauteren Machenschaften in einen Topf geworfen zu werden. Das negative Bild des Heilpraktikers möchten wir zumindest von unserem Schilde waschen: Wir arbeiten selbstverständlich mit Laborergebnissen, Befunden und Diagnosen von Ärzten zusammen und verweisen zum Wohle des Patienten auch des Öfteren an Fachärzte und Psychologen.

Was hilft mir einen guten von einem unseriösen Heilpraktiker zu unterscheiden?

Im Falle einer Heilpraktikerausbildung ohne Vorkenntnisse sollten 3 Jahre Ausbildung (mit einer Stundenanzahl von etwa 1500 Stunden) vollzogen sein, falls eine Krankenschwester-, Rettungsdienst- oder Physiotherapeutenausbildung davor absolviert wurde, sind 2 Jahre Ausbildung (mit geringerer Stundenanzahl) auch ausreichend. Darauf anschließend sollte eine langjährige Weiterbildung in einem therapeutischen Verfahren (Akupunktur, Osteopathie, Homöopathie...) absolviert werden. Hilfreich ist es, zu wissen, dass der Heilpraktiker sich der BOH (Berufsordnung für Heilpraktiker) und zusätzlich einem Verband verpflichtet fühlt, sodass gewisse Qualifikationen bzw. Zertifikate gegeben sind und stetige Weiterbildung stattfindet.
Lesen Sie auf der Homepage Ihres Heilpraktikers nach, werfen Sie in der Praxis einen Blick auf die ausgehängten Zertifikationen. Fragen Sie die Sprechstundenhilfe UND den Heilpraktiker nach seiner Ausbildung und wägen Sie ab, ob das Gesamtbild schlüssig ist. (Hier finden Sie z.B. Details zu Heilpraktikerin Gudrun Thielmann

 

Unser Rat an Sie: "Wagen Sie zu wissen", zu hinterfragen, nutzen Sie Ihren gesunden Menschenverstand und lassen Sie sich nicht von Angst, Charme oder äußeren professionellen Auftreten mancher Personen täuschen. Transparenz ist wichtig, in Preis und Therapieverfahren! Und auch die Möglichkeit, beim Therapeuten nachfragen zu dürfen, was gerade angewandt wird und warum. Achten Sie darauf, ob Sie allgemein respektvoll behandelt werden, ob Sie Fragen stellen dürfen und ob Sie immer die Möglichkeit haben, nein sagen zu können.

 

Haben Sie mit Heilpraktikern Erfahrungen sammeln können? Was ist Ihnen seltsam vorgekommen, was fanden Sie positiv bemerkenswert? Welche therapeutischen Methoden haben Sie durch Alternativmediziner kennen gelernt oder fühlen Sie sich beim Schulmediziner besser aufgehoben? Teilen Sie Ihren Einblick durch einen Blog-Kommentar. Und wenn Sie mit unserer Seriosität als Heilpraktiker-Praxis zufrieden sind, freuen wir uns natürlich über einen kleinen Kommentar oder eine Rezension zu unserer Praxis.

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